Recht auf Reparatur: Flashback zur Reparierbarkeit?


Von Annegret Handel-Kempf

Technik hilft und unterhält. Doch als Elektroschrott belastet sie die Umwelt und verschwendet kostbare Materialien. Die Ampelkoalition setzt deshalb auf ein „Recht auf Reparatur“. Sie will Lebensdauer und Reparierbarkeit eines Produktes zum „erkennbaren Merkmal“ machen.

Wie das gehen soll? Aus alt mach‘ neu? – Manche Hersteller reparierbarer Smartphones aus Deutschland oder von Haushaltsgeräten bewegen sich bereits weg von der Wegwerf-Kultur. Eine Mitmach-Initiative sammelt Reparaturanleitungen und listet auf, was geht. Es folgt ein Ausschnitt eines Einblicks.

Es ist immer das Gleiche: Kaum steht der nächste Urlaub, Weihnachten oder eine Familienfeier vor der Tür gehen Waschmaschinen, Spülmaschinen, Staubsauger oder Kaffeevollautomaten in die Knie. Dabei sind sie meist gar nicht so alt. Materialien und Chips, die in den Geräten stecken, werden immer knapper, die Lieferketten länger. Geht da noch was? Klar, denn Reparierbarkeit gehört zum umfassenderen Kriterium der Langlebigkeit und Qualität.

Mit einem Elf-Marken-Produktportfolio widmet sich etwa der größte Hausgerätehersteller in Europa, die BSH Hausgeräte GmbH, allem, was spätestens in der Pandemie für viele Menschen wieder mehr in die Gestaltung ihres Tagesablaufs oder Feierabends rückte: Unterschiedlich fokussierte Herde, Backöfen, Dunstabzugshauben, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Trockner, Kühl- und Gefrierschränke, aber auch Kleingeräte wie Staubsauger, Kaffeemaschinen und Küchenmaschinen. Neben den globalen Marken Bosch, Siemens, Gaggenau und Neff umfasst das Konzernangebot die lokalen Marken Thermador, Balay, Coldex, Constructa, Pitsos, Profilo und Junker.

„Da eine Reparatur nachhaltiger als ein Geräteaustausch ist, stellt unser Reparaturkonzept den Zugang zu allen Ersatzteilen für mindestens 10 Jahre nach der Produktion des letzten Gerätes eines Modells sicher – viele Modelle und Serien werden mehrere Jahre lang produziert“, sagt Bauerschmidt.

Eva Bauerschmidt, die PR-Managerin Corporate Communications & Corporate Spokesperson Germany bei der BSH Hausgeräte GmbH Region Europe / Markets

Beispielsweise die BSH-Haushaltsgroßgeräte seien – laut unabhängigen Studien der Gesellschaft für Konsumgüterforschung GfK – durchschnittlich 13 Jahre im Einsatz, betont Eva Bauerschmidt, die PR-Managerin Corporate Communications & Corporate Spokesperson Germany bei der BSH Hausgeräte GmbH Region Europe / Markets ist. Sie verrät: „Der Großteil der Geräte funktioniert auch dann noch – sie werden häufig nur aufgrund von Umzügen, Upgrade-Wünschen oder einer geänderten Lebenssituation ersetzt.“

Ersatzteile statt Gerätetausch

Was passiert, wenn ein Defekt auftritt? – „Da eine Reparatur nachhaltiger als ein Geräteaustausch ist, stellt unser Reparaturkonzept den Zugang zu allen Ersatzteilen für mindestens 10 Jahre nach der Produktion des letzten Gerätes eines Modells sicher – viele Modelle und Serien werden mehrere Jahre lang produziert“, sagt Bauerschmidt. Hinzu komme, dass viele der markenübergreifend verbauten Teile und weitere generische Teile von Zulieferern wesentlich länger verfügbar sind. „So können unsere Geräte einfach und in kürzester Zeit wieder instandgesetzt werden.“

Stichwort „Ersatzteile“. Sensibel ist das Thema „Akkus“. Geht einem Tischstaubsauger oder Akkuschrauber die Aufladungsmöglichkeit aus, wird das Tool oft weggeworfen. Das geht auch anders. Die BSH-Pressesprecherin verweist darauf, dass viele akkubetriebene Kleingeräte und auch Werkzeuge der Marke Bosch ein markenübergreifendes Akku-System der POWER FOR ALL ALLIANCE nutzen: „So wird nicht nur die Anzahl der benötigten Akkus in einem Haushalt geringgehalten, sondern stehen im Reparaturfall auch viele Teile herstellerübergreifend zur Verfügung.“

BSH-Haushaltsgroßgeräte sind durchschnittlich13 Jahre im Einsatz – „Der Großteil der Geräte funktioniert auch dann noch – sie werden häufig nur aufgrund von Umzügen, Upgrade-Wünschen oder einer geänderten Lebenssituation ersetzt.“

Eva Bauerschmidt, die PR-Managerin Corporate Communications & Corporate Spokesperson Germany bei der BSH Hausgeräte GmbH Region Europe / Markets

Deutschlands führender Hausgerätehersteller berücksichtigt die Reparierbarkeit der Produkte bereits in der Entwicklung. Auch Do-it-yourself ist ein Thema: „Bestimmte nicht sicherheitsrelevante Reparaturen unserer Produkte können vom Verbraucher selbst vorgenommen werden, wofür wir entsprechende Reparatur-Kits, Anleitungen und Ersatzteile über unsere Kundendienste anbieten“, sagt Bauerschmidt. BSH-Geräte seien mit handelsüblichen Werkzeugen zu öffnen. Der Gang zur Fachwerkstatt ist damit keineswegs vom Tisch. „Aus Sicherheitsgründen empfehlen wir jedoch, Reparaturen von BSH-Produkten von professionellen Reparaturwerkstätten und Technikern durchführen zu lassen, für die die BSH entsprechende Schulungsprogramme anbietet“, so die Konzern-Managerin.