Lasst das Faxen – Digitalisierung und Datenübermittlung im Gesundheitswesen müssen deutlich schneller gehen

Von Annegret Handel-Kempf

An Marktständen drängen sich vor allem Senioren immer wieder zwischen den Sicherheitslücken beim Schlange-Stehen durch. Sie wollen die angebotenen Waren aus der Nähe begutachten, bevor sie selbst an der Reihe sind und ihre Wünsche schnell äußern sollen. Hier würden digitale Großbildschirme helfen, auf denen die Früchte und Gemüse des Tages mit ihren Preisplaketten wie am laufenden Band vorbeiflanieren. So könnten auch Kurzsichtige diszipliniert mit zwei Metern Abstand zu den Kund*innen vor ihnen stehen und mit den Augen auf dem Heimkinoleinwand großen Display ihre Vorauswahl für den Einkauf treffen.

Zugegeben: Für die Marktstand-Betreiber ist es schwierig, solch großen Aufwand für ihre mobilen Marktstände zu betreiben. Sehr viel naheliegender wäre hingegen mehr Digitalisierung bei Ärzt*innen. Statt Termine mit realistischen Zeitfenstern online zu vergeben und per SMS an deren Wahrnehmung zu erinnern, lassen viele Hausärzt*innen ihre Patient*innen derzeit unter Corona-Rahmenbedingungen im Freien und in Treppenhäusern Schlange stehen. Glückskinder sind hier Senior*innen, die in der Nähe ihrer Hausarztpraxis wohnen und vom Fenster sehen, wenn die Schlange während der Sprechzeit gerade angenehm kurz ist. Doch ein solcher Blick aus dem Fenster ist die Ausnahme und sollte generell durch einen Blick auf einen Buchungsbildschirm ersetzbar sein.

Für alle unübersehbar ist, dass Digitalisierung im Gesundheitswesen durch Corona beispielsweise mit Video-Sprechstunden stark beschleunigt wurde und doch noch viel zu zögerlich daherkommt. Besonders die Hausärzt*innen stehen auf der Bremse. Fast jeder fünfte Arzt tauscht Informationen mit Kolleginnen noch via Faxgerät aus. Das besagt eine aktuelle Umfrage, für die der Digitalverband Bitkom gemeinsam mit dem Ärzteverband Hartmannbund Antworten bei mehr als 500 Ärzten in Deutschland eingeholt hat.

Das heißt, der Inhalt eines beschriebenen beziehungsweise bedruckten Stücks Papier wird von einem Faxgerät kopiert und auf einem zweiten Faxgerät am anderen Ende der Fernmeldeleitung auf einem weiteren Stück Papier wieder ausgedruckt. Sofern die Faxadresse stimmt und die zugehörige Leitung gerade nicht belegt ist. Irgendwann wird das Fax – hoffentlich – von Mitarbeiter*innen oder Mediziner*innen entdeckt, die gerade nicht „am Patienten“ arbeiten.

Stichwort „Telemedizin“: Haben Männer besondere Hemmungen, wenn es um Innovationen geht, die der Gesundheit nützen? Der Verdacht drängt sich auf, denn immerhin drei Viertel der befragten Ärztinnen sehen die Digitalisierung im Gesundheitswesen als Chance. Fast ein Drittel ihrer männlichen Kollegen betrachten elektronische Daten im medizinischen Betrieb hingegen vorrangig aus der Risikoperspektive.

Hier müssten die Krankenkassen ran, um die Krankheitsexperten beim Einrichten und Erproben ihrer digitalen Hard- und Software-Ausstattung an die Hand zu nehmen. Daneben existiert ein Modell, demzufolge Gesundheitsunternehmen den Ärzten Laptops, Software-Umgebung und technologische Unterstützung liefern, wenn diese sich revanchieren, indem sie einige Stunden via App ärztliche Beratung und Sprechzeiten im Auftrag der Health-Company anbieten.

Klar ist: Die Technik hinter Video-Sprechstunden muss anwenderfreundlich und intuitiv nutzbar sein, durch Ärzt*innen wie durch Patient*innen. Doch solange Video-Konsultationen nicht auf Dauer ebenbürtig zum Sprechzimmer-Besuch der Patienten honoriert werden, haben Ärzte keine Motivation, sich mit der verfügbaren Technik zu beschäftigen. Das bedeutet, die Patient*innen bleiben im Regen stehen. Beispielsweise, wenn sie sich während einer Pandemie nicht im Wartezimmer anstecken sollen und trotzdem mit dem Arzt eine Operation vorbesprechen müssen.

Deutschland muss sich beeilen: Nicht nur beim Begrenzen von Infektionsausbrüchen durch geeignete Software können langes Zögern und Feilschen Menschenleben kosten.

Copyright des Textes by Annegret Handel-Kempf, Redaktionsbüro Smarte Zeitung: Veröffentlichung, Abdruck und Verwendung der Inhalte nur mit Nennung der Autorin und gegen Honorierung. Bankverbindung und VG-Wort-Karteinummer auf Anfrage.

Digitales Impfmanagement muss schnell, zentral und einheitlich eingeführt werden: Föderativer Wirrwarr

Von Annegret Handel-Kempf

Im Land der Dichter und Denkerinnen, der Ingenieure, der Fortschritts- und Hightech-Pionierinnen wird zu kurz gedacht und zu unsystematisch vorgegangen. Und das ausgerechnet in einer Pandemie, in der Krisenmanagement in alle Richtungen erforderlich ist. Auch nach vorne gewandt. Derzeit sieht es eher so aus, dass im Sinne der föderalen Aufgabenteilung die Massenimpfung nicht zentral zusammengeführt und somit zum Chaos-Event wird.

Die positive Nachricht: Impfbereitschaft ist mit rund 72 Prozent (Stand: Anfang Februar) bei genügend Menschen da, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Das geht aus zwei aktuellen Umfragen
des Digitalverbands Bitkom zur Corona-Warn-App und zur Corona-Impfung, unter jeweils mehr als 1000 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren, hervor. Beachtliche 85 Prozent der Befragten sind der Meinung, wir bräuchten mehr Tempo bei der Impfung. Bemerkenswerterweise sagen auch zwei Drittel derer, die sich nicht impfen lassen wollen, die anderen sollten sich schneller impfen lassen.

Beklagenswert ist, dass 37 Prozent angeben, bei 50 Versuchen ihre Impftermin-Organisation aufgegeben zu haben. Fast ein Drittel der Impfwilligen brauchte mehr als 50 Ansätze, um einen Impftermin zu bekommen. Mit Abbrüchen und Warteschleifen ist Tempo schlecht zu bewerkstelligen, um die drastischen Auswirkungen der Corona-Pandemie endlich zu beenden. Professionalisiert wird die Buchung mancherorts jetzt mithilfe eines Konzertveranstalters und eines Arzttermin-Portals. Einheitlichkeit ist nicht in Sicht.

Problematisch wird es beim weitergehenden Impfmanagement. Wer geimpft worden ist, sollte dies verlustfrei dokumentieren. Dabei geht es nicht in erster Linie um eventuelle Zugangserleichterungen zu Kultur, Sport oder Reisen. Sondern es geht vor allem um die lebenswichtige Frage, ob eine Impfung irgendwann erneuert oder nachgebessert werden muss. Auch damit sich keiner zu Unrecht vor Mutationen geschützt fühlt.

Eine Push-Mitteilung: „Lassen Sie sich neu impfen“ oder „Sie sind weiter geschützt“ wäre hilfreich. Doch dazu muss Impfen digital erfasst werden und beim Geimpften digital verfügbar sein. Etwa in einer App auf dem Smartphone, denkbar auch als Ergänzung zur Corona-Warn-App. Oder in einem anderen digitalen Zertifikat, das später in einen digitalen Impfausweis übernommen werden könnte. Sobald dieser technisch umgesetzt ist und beispielsweise auch beobachtete Nebenwirkungen einer Impfung erfassen könnte. Zwei Drittel der Befragten wollen auf den digitalen Impfpass umsteigen.

Unter den befragten Über-Sechzehnjährigen votieren 61 Prozent für ein vollständiges digitales Impfregister, das alle Geimpften und Impfwilligen umfasst. Bitkom-Präsident Achim Berg berichtete, dass der Verband in allen Bundesländern bei den Kassenärztlichen Vereinigungen nachgefragt habe. Unterm Strich ergab sich für die Bitkom dabei ein Bild von „Wirrwarr“. Berg betonte bei der Vorstellung der Studien daher zu Recht: „Die Ausbreitung des Corona-Virus‘ können wir nicht mit Fax, Bleistift und überlasteten Telefonhotlines verhindern, sondern mit Datenplattformen, einer bundesweit einheitlichen, digitalen Organisation von Impfterminen und einer Corona-Warn-App, deren Potentiale besser ausgeschöpft werden.“

Vorerst wird der Wirrwarr wohl weitergehen: Von Landkreis zu Landkreis, zwischen Bundesländern, auf europäischer Ebene und weltweit. Vor allem amerikanische Unternehmen seien der Bitkom zufolge dabei, schnell einführbare Pässe zu entwickeln, über die der Corona-Impfstatus eines Menschen jederzeit digital abrufbar und mitführbar wäre. „Interoperabel“, also auch auf Reisen in andere Gesundheitssysteme, müssten solche Zertifikate perspektivisch nachvollziehbar sein.

Im Vergleich zur Weltgesundheitsorganisation WHO, die bei ihren Bemühungen um ein digitales Impfzertifikat und digitalen Impfausweis sehr viele Interessen unter einen Hut bringen muss, geht es in Deutschland dem Vernehmen nach sogar recht zügig zur Sache. In drei Wochen ließe sich ein digitales Impfzertifikat etwa als Smartphone-App programmieren. Dennoch gibt es solche Ansätze nur in einzelnen Impfzentren. – Aber wir haben ja erst ein Jahr Pandemie. Da muss man über zentrale Fragen der Digitalisierung und Daten-Verdichtung wohl in Deutschland noch länger nachdenken.

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Präsenzunterricht ist nur zu verantworten, wenn die Luft rein ist: Spart nicht an den Schülern – Schafft endlich Luftreiniger an!

Kaum eine Lockerung des Lockdowns wird so vehement gefordert, wie die Rückkehr von Schüler*innen an die Schulen. Doch solange Lehrer*innen, Kinder und Jugendliche nicht umfassend geschützt werden, ist das schwierig. Wechselunterricht kann nur dann ein Anfang sein, wenn möglichst viel für die Ansteckungsprävention getan wird. Die Sachaufwandsträger müssen endlich die Fördertöpfe nutzen und mobile Luftreiniger mit hoher Filterwirkung in den Klassenräumen aufstellen, bevor weitere Schüler*innen in die Schulen zurückkehren.

Von Annegret Handel-Kempf

Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Geld muss auch für die Gesundheit von Schüler*innen locker gemacht werden.

Große, mobile Raumluftreiniger können hocheffizient wirken. Als Standgeräte, teils sogar auf Rollen, lassen sie sich einfach anschaffen und aufstellen. Eine integrierte, thermische Reinigung ihrer Filter erhöht die Hygiene, reduziert den Wartungsaufwand und die Funktionskosten.

Sachaufwandsträger, in der Regel sind das die Kommunen, nutzen als Ausrede gerne bereits vorhandene, festverbaute, raumlufttechnische Anlagen (RLTAs). Doch deren Umrüstung wäre teuer und zeitaufwendig und für die jetzt geforderten Schulöffnungen zu spät abgeschlossen. Denn die Aufwertung von stationären Lüftungsanlagen im Bestand zu vireneffektiven Raumluftreinigern braucht zu viel Zeit für Genehmigungsverfahren und reichlich Geld für den nicht unkomplizierten Umbau.

Manch moderne, stationäre RLTA tauscht die Luft stündlich komplett aus. Das klingt gut, reicht aber nicht. Die Viren bleiben als Last im Raum, wenn die Luftwechselrate nicht deutlich erhöht wird.

Fest verbaute RLT-Anlagen könnten gegebenenfalls auch im Winter bei Frost effizient arbeiten, sofern sie für einen Umluftbetrieb mit hochklassigen Filtern ausrüstbar sind. Hier besteht aber die Gefahr, dass virenhaltige Aerosole wieder dem Raum zugeführt werden. Davor warnt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in ihrem Dokument „Infektionsschutzgerechtes Lüften – Hinweise und Maßnahmen in Zeiten der SARS-CoV-2-Epidemie“. Deshalb sollten „geeignete Methoden zur Luftbehandlung mittels Abscheidung oder Inaktivierung von Viren“ angewandt werden.

Die Behörde nennt als geeignetes Filtersystem HEPA-Filter nach DIN 1822-1. Zusätzlich sei der Volumenluftstrom anzupassen, damit nicht ein Überdruck den Luftwechsel senkt und Undichtigkeiten in den Lüftungsleitungen begünstigt.

Klingt kompliziert. Einfacher sind mobile Luftreiniger, die ein Jahr nach Beginn der Pandemie schon längst in jedem Klassenzimmer und anderem Unterrichtsraum stehen könnten. Doch Eltern, Virologen und Schulen rennen bei den Sachaufwandsträgern gegen Wände. Ausgerechnet hier schlägt in Pandemie-Zeiten der Sparfuchs durch.

Worauf es ankommt: Wenn nicht genügend frische Luft über Fenster hereinkommt, muss die Technik helfen. Sagt auch das Umweltbundesamt (UBA). Denn fünf- bis siebenmal pro Stunde sollte die Luft in Innenräumen komplett gegen frische Außenluft ausgetauscht bzw. wirksam gereinigt werden. Das heißt, ein Luftreinigungsgerät muss zur Corona-Prävention innerhalb von 60 Minuten etwa das sechsfache Luftvolumen des Raumes filtern. Und zwar (in der zweiten oder dritten Filterstufe) mit einem HEPA-Filter (hochabscheidender Schwebstofffilter, High Efficiency Particulate Air Filter) der Klassen H13 besser noch H14, der nach der DIN-Norm EN 1822-1 geprüft ist. „Nur diese Filter scheiden auch wirklich 99,995 Prozent der Aerosolpartikel ab, die diese Viren tragen“, betonen Professor Christian Kähler und seine Mitautoren in ihrer August-Studie zur Frage: „Können mobile Raumluftreiniger eine indirekte SARS-CoV-2 Infektionsgefahr durch Aerosole wirksam reduzieren?“. Kähler forscht am Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg.

Solange nicht Fachfirmen wirksame, mobile Luftreiniger aufstellen, besteht die Gefahr, dass in den Schulen vorhandene Sekundärluftgeräte als Ersatz genutzt werden. Das darf nicht geschehen. Denn beispielsweise Ventilatoren oder Heizluftgebläse könnten „Tröpfchen oder Aerosole mit Viren unter Umständen auf andere Personen lenken und so das Infektionsrisiko steigern“, lautet eine Warnung der Arbeitsschutz- und Arbeitsmedizin-Behörde BAuA vor Virenumtriebigkeit durch raumluftdurchmischende Technik ohne Reinigungswirkung.

Je länger keine verlässlichen Geräte angeschafft werden, desto größer wird die Gefahr, dass improvisiert und gebastelt wird, um Viren zu vertreiben: Die Weltgesundheitsbehörde WHO, das Umweltbundesamt (UBA) und diverse andere Institutionen raten, im Umfeld von Menschen auf Raumluftreiniger zu verzichten, die (ergänzend) mit ultravioletter Strahlung, elektrostatischer Wirkungsweise, Ozon, Plasma und Ionisierung wirken. Sie könnten reizen oder die Gesundheit gefährden. Hände weg, das gilt auch bei ungeprüfter und unerprobter Billigware aus zweifelhafter Quelle und mit niedrigen Standards. Aktivkohle-Filter, in Durchsatzgeräten häufig gegen Gase und Gerüche eingesetzt, haben allein keine Wirkung auf Viren.

Derzeit werden sehr viel mehr CO2-Messgeräte als mobile Luftreiniger in Schulen aufgestellt. In Bayern beispielsweise verteilt eine Staatssekretärin des Kultusministeriums großzügige Mengen der sensorischen Belastungsmesser, aber nur wenige Luftreiniger.

Immerhin könnten Kohlendioxid-Messgeräte feststellen, ob wirklich Luft ausgetauscht wird. Sie dürften jedoch nicht als Indikator für die Virenlast im Raum missverstanden werden. Dies rechneten Kähler und Kollegen Ende September in einer weiteren Studie mit dem Titel: „Schulunterricht während der SARS-CoV-2 Pandemie ‒ Welches Konzept ist sicher, realisierbar und ökologisch vertretbar?“ anhand mathematischer Modelle vor. Das Problem der Kohlendioxid-Messer: Anzahl und Aktivität der Menschen im Raum berücksichtigen die CO2-Ampeln den Forschern zufolge nicht und sie zählen keine Viren.

Fenster-Aufreißen reicht nicht. Und CO2-Messer wiegen uns in falscher Sicherheit. Lüften vor Unterrichtsbeginn treibt vorübergehend sogar die Aerosol-Konzentration hoch, während der CO2-Wert sinkt. Das stellte ein Team um Joachim Curtius von der Arbeitsgruppe Experimentelle Atmosphärenforschung an der Goethe-Universität Frankfurt fest, als es in einer Schule mobile Luftreiniger mit einem HEPA-Filter ausprobierte und seine Ergebnisse in einem Preprint veröffentlichte.

Fazit – Endlich shoppen gehen und mobile Hochleistungs-Luftreiniger kaufen: Investitionen in mobile Luftreiniger werden teilweise vom Staat gefördert. In Bayern in einer zweiten Antragsrunde noch bis Ende März, mit bis zu 50 Prozent bzw. einem Förderhöchstbetrag von 1.750 Euro pro Raum.

Mehrere solcher Geräte wurden in Deutschland neu entwickelt und von Wissenschaftlern intensiv getestet. Als Referenz-Produkt für seine Studien verwandte das Institut für Strömungstechnik und Aerodynamik der Bundeswehr-Uni München solche Hochleistungs-Luftreiniger. Die mobilen Geräte wurden mit besonders hoher Filtervolumenleistung speziell für mittlere und große Räume wie Schulklassen, Büros oder Gastronomieräume konstruiert und getestet. Die Viren im Filter sollen durch die Erhitzung zerstört und der Entstehung von Bakterien, Biofilmen und Pilzen ohne gesundheitsschädliche chemische Zusatzstoffe oder UV-C-Strahlung entgegengewirkt werden.

Krankheiten, die durch Keime, Bakterien und Viren hervorgerufen werden, inklusive Corona und Influenza, sollen mit mobilen Luftreinigern vermieden, die Pollen- und Staubbelastung gesenkt und das Wohlbefinden von Allergikern und Asthmatikern gesteigert werden. Lernen würde so leichter und angenehmer.

Das heißt, mobile Luftreiniger könnten auch nach der Corona-Pandemie dazu beitragen, dass Kinder entspannter im Klassenzimmer sitzen und weniger Krankheiten aus der Schule mit heimbringen. Das sollte uns die Anschaffung wert sein. Und gegenwärtig ist Präsenzunterricht sowieso nur dann zu verantworten, wenn die Luft so rein ist, wie es technische Maßnahmen hergeben.

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Digitalisierung und Künstliche Intelligenz: Die smarte Therapie für Patientendaten und Pandemien

Von Annegret Handel-Kempf

Datenauswertungen müssen mehr Tempo bekommen. Zulässige Datenanalysen, besonders Anwendungen mit Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) und ihrer Schwesterdisziplinen, können die Versorgung verbessern und Heilungschancen erhöhen. Chancen bieten neue analytische Möglichkeiten in der Forschung. Maschinelles Lernen wertet beispielsweise natürliche Sprache aus und erkennt Muster. So können die künstliche zusammen mit der menschlichen Intelligenz epidemiologische Rückschlüsse zur Ausbreitung von Krankheiten ziehen oder Alzheimer-Leiden frühzeitig erkennen.

Künstliche Intelligenz warnt vor Corona

Fast schon legendär ist, dass ein Algorithmus der kanadischen Firma BlueDot bereits eine Woche früher als die US Centers for Disease Control and Prevention vor dem Ausbruch einer neuen Krankheit im chinesischen Wuhan warnte. Zudem habe die Künstliche Intelligenz (KI) den weiteren Verbreitungsweg voraussagen können. Das berichtete das Deutsche Ärzteblatt schon am 31. Januar 2020.

Ende November vergangenen Jahres sagte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der „Digital Health Conference“ der „Transformation Week“, bei der etwa 4.500 Teilnehmer über KI und Digitalisierung in der Medizin diskutierten:

„Corona ist ein Chamäleon. Die künstliche Intelligenz hilft, das alles zu verstehen.“ Und er stellte zu den ersten Monaten der Pandemie fest: „Wenn wir schon die elektronische Patientenakte gehabt hätten, was hätten wir für einen Unterschied gehabt.“

Patienten-Schutz und Regelwerke

Seit dem 1. Januar 2021 ist in Deutschland die elektronische Patientenakte (ePa) am Start. Die Patienten haben ein Recht darauf, dass der Arzt sie befüllt. Das „Patientendaten-Schutz-Gesetz“ sieht auch vor, dass sensible Gesundheitsdaten möglichst gut geschützt werden und die Patienten selbst Hüterinnen und Entscheider darüber sind, was eingestellt wird und auf welche Teile wer zugreifen darf. Elektronische Rezepte und digitale Facharzt-Überweisungen sind mit der neuen Telematikinfrastruktur ebenfalls möglich.
Ab 2022 sollen auch der Impfausweis, der Mutterpass, das gelbe U-Heft für Kinder und das Zahn-Bonusheft in der elektronischen Patientenakte als digitale Daten aufzuheben sein.

Kein Arzt muss IT-Experte sein, um die ePa zu verwenden. Er sollte aber befähigt werden, die Möglichkeiten der Digitalisierung einzusetzen. Befunde, Diagnosen, Behandlungsberichte, das komplette Patientenleben eines Menschen lassen sich in diesem Herzstück der Digitalisierung des Gesundheitswesens vereinen. Ärzte bekommen schnell wesentliche Informationen über ihre Patienten, sofern diese ihm den Einblick in einzelne Unterlagen gewähren. Kranke können in ihren eigenen Befunden nachlesen und müssen sich nicht durch Symptom-Diagnosen via Internet-Suchmaschinen verunsichern lassen.

Wenn Ärzte mit 75 Jahren immer noch keinen Nachfolger gefunden haben und ihre Praxis aufgeben, gehen bislang mit ihnen die Patientenakten in den Ruhestand und sie oder ihre Erben sind für bis zu zehn Jahre für deren Aufbewahrung zuständig. Ebenso für Auskünfte an die Patienten und Versicherungen. Mit der Digitalisierung wird diese Aufbewahrung einfacher, ebenso die Übergabe eines „virtuellen“ Aktenschrankes, wenn sich doch ein Nachfolger findet. Der darf den Aktenschrank aber nur „aufsperren“, wenn die Patienten jeweils zustimmen, dass er ihre alten Unterlagen mit heranzieht.

Gesundheitsdaten dürfen nie leichtfertig weitergegeben werden. Regulatorik ist wichtig, damit der Arzt sicher sein kann, was er rechtlich darf. Und damit kein Unbefugter seine Finger in persönliche Lebensläufe bekommt und möglicherweise sogar Schicksale – persönlicher und beruflicher Art – negativ beeinflusst.

An Regulatorik wird es in Deutschland kaum mangeln, denn das Bestreben, bei der Vernetzung rechtliche Sicherheit zu haben, Datenschutz und Datensicherheit im Umgang mit den Patient*innen zu gewährleisten, ist hierzulande ähnlich hoch angesiedelt wie Regulatorik im Finanzwesen.

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